Blutbild lesen – verständlich erklärt (Teil 4)

In diesem Teil gehen wir die Blutwerte für Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Schilddrüse durch.

Die Leberwerte

GOT (Glutamat-Oxalazetat-Transaminase)

Ursachen für erhöhte GOT-Werte:

Leberentzündung (Hepatitis)
Leberzirrhose
Gallenerkrankungen
Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
Herzinfarkt
Muskelerkrankungen
Medikamente (Schmerzmittel, Antibiotika, Mittel gegen Epilepsie)

GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase)

Ursachen für erhöhte GPT-Werte:

Leberentzündung (Hepatitis)
Leber-Gallen-Erkrankungen

Gamma-GT (Gamma-Glutamyl-Transferase)

Ursachen für erhöhte Gamma-GT-Werte:

Leberentzündung (Hepatitis)
Gallenwegserkrankungen
Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
Herzerkrankungen
Medikamente

Bilirubin

Ursachen für eine Erhöhung der Bilirubinwerte:

Lebererkrankungen
Leberentzündung (Hepatitis)
Leberzirrhose
Vergiftungen
Verschluss der Gallenwege
Gallensteine
Tumor
Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung

Alkalische Phosphatase

Ursachen für eine Erhöhung der AP:

Gallenabflussstörung
Leberentzündung (Hepatitis)
Knochenabbau und Knochenbrüche
Medikamente

Cholesterin (HDL und LDL)

Ursachen für erhöhte Cholesterinwerte:

Cholesterinreiches Futter
Angeborene Fettstoffwechselstörung
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Trächtigkeit
Medikamente (Cortison, Hormonchip)
Stress

Ursachen für zu niedrige Cholesterinwerte:

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Schwere Leberschäden
Futter enthält zu wenig Cholesterin
Chronischer Durchfall

Triglyzeride

Ursachen für erhöhte Werte:

Zu fettreiches Futter
Angeborene Fettstoffwechselstörung
Stoffwechselerkrankungen (Diabetes, Gicht, Übergewicht)

Ursachen für zu niedrige Werte:

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Stark geschwächte Patienten

Die Nierenwerte

Kreatinin

Ursachen für eine Erhöhung des Kreatininwertes:

eingeschränkte Nierenfunktion

Harnstoff

Ursachen für eine Erhöhung des Harnstoffs:

Folge von schweren Infektionen oder Gefäßverschlüssen
chronische Nierenschwäche

Harnsäure

Ursachen für eine Erhönung der Harnsäure

Nierenfunktionsstörungen

Die Bauchspeicheldrüsenwerte

Die Enzyme werden im Blutbild ausgewiesen als:

Alpha-Amylase – zuständig für die Kohlenhydratverdauung
Lipase                –  zuständig für die Fettverdauung
Trypsin              – zuständig für die Eiweissverdauung

Sind diese Pankreaswerte erhöht, liegen folgende Ursachen zugrunde:

Bauchspeicheldrüsenentzündung (Lipase und Alpha-Amylase sind erhöht)

Der Blutzucker (Glucose)

Blutzucker ist ein wichtiger Energieträger für Muskeln und Gehirn. Kohlenhydrate aus der Nahrung werden in Glucose umgewandelt und über das Blut in alle Körperzellen transportiert.

Ursachen für erhöhte Glucosewerte (Hyperglykämie):

Diabetes
Bauchspeicheldrüsenentzündung
Hormonelle Erkrankungen wie Morbus Cushing
Medikamente (Cortison, Hormonchip, Betablocker)

Symptome bei Diabetes:

Fressattacken
Starker Durst, trockene Schleimhaut im Maul
Häufiges Harnabsetzen, auch nachts
Gewichtsverlust
Schlechte Wundheilung
Erhöhte Infektanfälligkeit
Leistungsabfall
Müdigkeit
Juckreiz

Ursachen für zu niedrige Glucosewerte (Hypoglykämie):

Nach langem Training
Überdosierung von Insulin
Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
Hormonelle Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion
Medikamente (Blutverdünner)

Symptome bei Unterzuckerung:

Fressattacken
Zittern
Schwindel
Hecheln
Schwäche

Die Schilddrüsenwerte

Die Schilddrüsenwerte sind im Blutbild ausgewiesen als:

Thyroxin (T4)
Trijodthyronin (T3)
TSH

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) steigen diese Werte an.

Folgende Symptome zeigen sich:

Ruhelosigkeit, Erregbarkeit, Nervosität
Gewichtsverlust bei normaler Nahrungsaufnahme
Hitzewallungen, erhöhte Körpertemperatur
Haarausfall, das Fell wird schütter
Herzrasen (Tachykardie) und Herzrhythmusstörungen
Vermehrter Stuhlabsatz
Zittern

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) sinken die Werte.

Folgende Symptome zeigen sich:

Antriebslosigkeit
Müdigkeit
Struppiges Fell
Kälteempfindlichkeit
Gewichtszunahme
Verstopfung.
Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)
Heiserkeit

Im 5. und letzten Teil bekommen Sie eine Aufstellung über sämtliche Normalwerte bei Hunden und Katzen.

 

Blutbild lesen- verständlich erklärt (Teil 5)

© Tierheilpraxis Elisabeth Caspers

Blutbild lesen – verständlich erklärt (Teil 4)

6 Gedanken zu „Blutbild lesen – verständlich erklärt (Teil 4)

  • 18. November 2018 um 0:16
    Permalink

    Hallo Frau Caspers erst einmal vielen Dank für die ausführliche Beschreibungen und ihre Darstellung. Ich habe für einen meiner Hunde ein Geriatrisches Profil erstellen lassen, da sie seit über einem Jahr mein Sorgenkind ist.Laut Tierarzt sei alles ok.Das aber doch nicht alles gut ist bezw.gut sein kann, kann ich an Hand ihrer ausführlichen Informationen erkennen. Ich werde eine Tierheilpraktikerin zu Rate ziehen und hoffe das uns geholfen werden kann. Auf zu Listen was ich in den letzten Monaten alles habe mache lassen,würde den Rahmen sprengen.Jetzt kann ich an Hand ihrer ausführlichen Informationen einiges analysieren.
    Mfg.B.Schneider mit Mayra und Tammy

    Antworten
  • 9. Dezember 2018 um 11:28
    Permalink

    Vielen Dank für die Informationen.
    Werde mir alles gründlich durchlesen und eine Rückmeldung geben.

    Antworten
  • 5. Oktober 2019 um 14:38
    Permalink

    Liebe Frau Caspers, Sie sind ja leider für uns zu weit weg, sonst würde ich glatt mt dem Bessie (Pudelrüde 11 Jahre, seit 2 Jahren bei uns) zu Ihnen kommen. Er wird nach einer Darmsanierung (wurde vorher ausschlißlich mit Trockenfutter ernährt – immer Bauchweh) mittlerweile gebarft, deshalb der sehr hohe Harnstoffwert (sagt der Tierarzt). ALT und AST sprengen den Rahmen (969 und 168) – Cholesterin sehr hoch und Triglyceride etwas erhöht.
    Angeblich angeborener Leberfehler…. Aber die Werte erschrecken mich!
    Ich brauche dringend einen Heilpraktiker für Hunde und muss hier schnellstens einen suchen.
    Danke für die Erklärung der Blutwerte.

    Antworten
  • 10. Juli 2020 um 11:10
    Permalink

    Guten Tag

    mein Hund hat GGT und ALT erhöht. Wo ist hier ALT?
    Danke

    Antworten
  • 21. September 2021 um 12:54
    Permalink

    Vielen vielen Dank, dass Sie sich diese Mühe gemacht haben all das verständlich aufzuschreiben und anderen zugänglich zu machen.
    Ist für mich eine große Hilfe das Blutbild meiner kleinen Katze besser zu verstehen.
    Liebe Grüße, Beatrix B.

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