Feline infektiöse Peritonitis (FIP)

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine infektiöse Entzündung des Bauchfells. Ausgelöst wird sie durch das feline Coronavirus (FCoV).

Das Bauchfell kleidet den Bauchraum und alle inneren Bauchorgane aus. Es ist durchsichtig und mit einer Flüssigkeit benetzt. Diese sorgt dafür, dass sich die inneren Organe reibungslos aneinander bewegen können. Bei gesunden Katzen ist die Flüssigkeitsmenge gering.

Bei FIP kann es auch zu einer Entzündung des Brustfells (Pleura) kommen. Diese Haut überzieht die Lungen und kleidet die Brusthöhle von innen aus. Die Funktionen sind die gleichen wie die des Bauchfells.

Als „trockene FIP“ bezeichnet man diese Erkrankung, wenn sie ohne Entzündung des Bauch- oder Brustfells verläuft.

Wie stecken sich Katzen an?

Dafür gibt es leider viele Möglichkeiten. In jeder größeren Katzengruppe hatten ein bis mehrere Tiere schon Kontakt mit dem Virus. Das betrifft vor allem Tierheime, Tierpensionen, Züchter und Privathaushalte mit mehreren Katzen. Das Coronavirus befällt unter solchen Rahmenbedingungen fast alle Katzen, die mit ihm in Kontakt kommen.

Die Ansteckung erfolgt über den Kot. Das Virus wird durch Einatmen oder Verschlucken aufgenommen. In getrocknetem Kot ist das Coronavirus einige Wochen lang ansteckend. Die Stärke der Ansteckungsfähigkeit nimmt allerdings rasch ab. Auch eine Ansteckung über den Speichel ist möglich.

Die Coronaviren setzen sich im Darm oder in der Lunge fest. Der Zeitraum umfasst einen bis neun Monate. Viele Katzen zeigen sogar keinerlei Symptome.

Katzen, die zu sogenannten Dauerausscheidern werden, scheiden ein Leben lang Coronaviren aus. Sie haben oft selbst regelmäßige Durchfallerkrankungen. Hier sollte man für eine gesunde Darmflora und die Unterstützung des Immunsystems sorgen.

Infizierte Katzenmütter übertragen das Virus sicher auf ihre Kitten.

Wie bricht die Krankheit aus?

Sind die Coronaviren zu FIP-Viren mutiert, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Katze sofort an FIP erkranken wird. Da sie bereits infiziert war, stellt das Immunsystem im besten Fall Antikörper bereit. Das mutierte FIP-Virus wird bekämpft.

Bei Kitten, Senioren, gestressten oder kranken Katzen verläuft es anders. Entweder ist das Immunsystem noch nicht voll entwickelt oder durch Krankheit oder Alter geschwächt. Auch Stressauslöser können die Krankheit ausbrechen lassen. Eine erhöhte Produktion der FIP-Viren breitet sich dann im Körper aus.

Die drei Formen von FIP

Feuchte FIP mit Bauchhöhlenerguss:
Es kommt zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle (Bauchwassersucht, Aszites). Erkenntbar ist dies am deutlich erhöhten Bauchumfang der Katze. Rund 56 % aller an FIP erkrankten Katzen sind von dieser Ausprägung betroffen.

Feuchte FIP mit Brusthöhlenerguss:
Hier kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Brusthöhle (Pleuraerguss). Dies kann zu Atemproblemen führen.

Trockene FIP:
Flüssigkeitsansammlungen bleiben aus. Es kommt zu knotigen Veränderungen des Gewebes. Bauchraum, Lunge, Augen, Gehirn oder Haut können betroffen sein. Folgen können sein:
neurologische Erscheinungen
gelbliche Schleimhäute
Augenerkrankungen
Blutarmut

Mischformen sind ebenfalls möglich.

Symptome

  • Appetitlosigkeit
  • Unwohlsein
  • Gewichtsverlust
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Erschöpfung
  • Fieber
  • Apathie
  • Gelbe Schleimhäute
  • Nickhautvorfälle
  • Augenentzündungen
  • Schnupfen
  • Störungen des zentralen Nervensystems
  • Bewusstseinsstörungen
  • Zunahme des Bauchumfanges
  • Atemschwierigkeiten
  • Flüssigkeitsansammlungen in der Bauch- und/oder der Brusthöhle
  • Nierenentzündungen
  • Vermehrtes oder vermindertes Urinieren
  • Entzündung der inneren Bauchorgane
  • Bitte beachten Sie:
  • Da das Krankheitsbild oftmals nicht greifbar ist und eine eindeutige Diagnose zu stellen schwierig ist, KÖNNEN alle diese Symptome auf FIP hinweisen, MÜSSEN es aber nicht. Viele andere Katzenerkrankungen weisen eines oder mehrere dieser Symptome auf. Andere Erkrankungen sollten immer ausgeschlossen werden!

Wie wird FIP behandelt?

Eine tieärztliche Behandlung ist unabdingbar, auch wenn sie nur noch symptomlindernd sein kann. FIP verläuft fast immer tödlich. Da der genaue Auslöser noch immer nicht bekannt ist, sind Fehldiagnosen leider weit vebreitet.

Bis zu einem bestimmten Stadium kann auch eine klassisch-homöopathische Behandlung noch stabilisierend helfen. Im fortgeschrittenen Stadium rät der Tierarzt allerdings zum Einschläfern, bevor die Katze Qualen ausgesetzt wird.

© Tierheilpraxis Elisabeth Caspers

Feline infektiöse Peritonitis (FIP)

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